Am 26. Juni organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Berlin eine öffentliche Diskussionsveranstaltung, die der Suche nach Lösungen für die alltäglichen Probleme der Deutschen aus Russland, der Spätaussiedler und der Vertriebenen gewidmet war.
Austragungsort dieses in vielerlei Hinsicht symbolträchtigen und aufschlussreichen Ereignisses im Rathaus des Bezirks Mitte (Bezirk Mitte, Karl-Marx-Allee 31, 10178 Berlin) war der Plenarsaal der Bezirksverordnetenversammlung dieses Bezirks (Bezirksverordnetenversammlung, BVV Mitte). Interessant ist, dass er vielen als der „Robert-Havemann-Saal“ bekannt ist (Robert Havemann, 1910–1982) – des deutschen Chemikers, Gründers der antifaschistischen Widerstandsgruppe „Europäische Union“ während des Zweiten Weltkriegs und eines „polemischen“ Dissidenten in der Zeit der DDR.
Die zentrale Thematik dieser Veranstaltung ist inhaltlich vielschichtig und äußerst ausdrucksstark; sie fand ihren Niederschlag in dem prägnanten Titel der Veranstaltung: „Bedarfe erkennen – Lösungen entwickeln“. Die Darstellung des inhaltlichen Gegenstands der Veranstaltung gerade aus dieser Perspektive verdeutlicht anschaulich das „Schlüssel“-Prinzip: Die umfassende Untersuchung und das Verständnis der lebenswichtigen Probleme und alltäglichen Schwierigkeiten dieser Bevölkerungsgruppen bilden die Grundlage für die Entwicklung eines angemessenen Bildes ihrer Lage in der Berliner Gesellschaft.
Dies wiederum setzt eine objektive Herstellung von Zusammenhängen zwischen verschiedenen Vorschlägen, Einschätzungen und Urteilen voraus, um weitere Suchrichtungen und die praktische Umsetzung der zweckmäßigsten gemeinsamen Lösungen zu bestimmen. Tatsächlich ist im allgemeinen Verständnis „Bedarfe erkennen und Lösungen entwickeln“ ein dynamischer Prozess, der es ermöglicht, öffentliche Institutionen, politische und wirtschaftliche Kreise sowie soziale Praktiken an die realen Bedürfnisse der Menschen und der Gesellschaft insgesamt anzupassen.
Darüber hinaus stellt die weitere Verbesserung dieses Prozesses eine fortlaufende Entwicklung dar, die es ermöglicht, soziale Strukturen, gesetzgeberische Initiativen und Funktionsweisen so zu verändern, dass sie den aktuellen Anforderungen des Einzelnen und der Gesellschaft insgesamt entsprechen. Dies zeigte sich im Verlauf der Podiumsdiskussion sehr deutlich, die trotz einiger bisweilen nicht ganz übereinstimmender semantischer Nuancen in den Beiträgen ihrer Teilnehmer einen gemeinsamen, aber unbestreitbaren Trend in Bezug auf diese Thematik erkennen ließ:
- Marc-Pawel Halatsch – Generalsekretär des Bundes der Vertriebenen;
- Dr. Vincent Regente – Leiter EU&Europa, Deutsche Gesellschaft e.V.;
- Katharina Senge – Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin (AGH), Sprecherin im Ausschuss des AGH für Integration, Frauen und Geschlechtergerechtigkeit, Vielfalt und Antidiskriminierung;
- Walter Gauks – Ansprechperson für Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene beim Senat von Berlin.
Wie es scheint, bestand die Hauptzielsetzung dieser Veranstaltung unter anderem darin, einen Raum für offenen Dialog und freien Meinungsaustausch zu aktuellen Fragen zu schaffen, frei von Voreingenommenheit und unzulässigen Stereotypen. Damit wurde zugleich die Tragfähigkeit, Aktualität und Bedeutung potenziell möglicher Lösungen für die Probleme der genannten Bevölkerungsgruppen, die im Bundesland Berlin leben, bestätigt. Wie die Beiträge und die anschließenden Debatten zeigten, zielte diese Initiative darauf ab, die Einbeziehung der genannten Bevölkerungsgruppen in alle Bereiche des Berliner gesellschaftlichen Lebens aktiv zu fördern.
Ein Schlüsselaspekt in diesem Zusammenhang ist die weitere Entwicklung und Verbesserung der Koordinierung bestehender Projekte und Programme, die von Vereinigungen der Deutschen aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebenen entwickelt und umgesetzt werden.
Dieses gewissermaßen „innovative“ Forum zeigte anschaulich ein bestimmtes Maß an Bereitschaft und Offenheit seiner unmittelbaren Teilnehmer, die aktiv und konstruktiv in die Erörterung der vorgelegten Problematik eingebunden waren, zu praktischer Unterstützung in vielen Bereichen. Dies unterstreicht unmissverständlich die Bedeutung von Vertrauen und Zusammenhalt für den sozialen Frieden und die Entwicklung der Gesellschaft und wirkt als positiver Anreiz für die weitere Arbeit in diese Richtung.
Zum Beispiel im Hinblick auf die gesetzliche Verankerung gleicher und ungehinderter Bedingungen für den Zugang dieser zuvor genannten Bevölkerungsgruppen zu sozialen Dienstleistungen, die Schaffung von Perspektiven für das Erreichen eines hohen sozialen Status, die Sicherung eines würdigen Lebensstandards im Alter und der Gleichberechtigung bei der Arbeitsmarktintegration.
Es ist anzunehmen, dass im Rahmen der kollektiven Diskussion die wahrscheinlichsten Schritte und Initiativen für die nahe Zukunft festgehalten und bestimmt wurden, die unmittelbar die aktuelle Situation der Deutschen aus Russland, der Spätaussiedler und der in Berlin lebenden Vertriebenen betreffen.


Foto: Viktor Leis – junior
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